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Das Personalkarussel in der bayerischen Politklandschaft hat sich heftig gedreht, nachdem der bisherige Finanzminister Bayerns Georg Fahrenschon (CSU) am vergangenen Donnerstag kurzerhand seinen sofortigen Rücktritt erklärte. Wie viele vor ihm sucht er sein neues berufliches Glück in der freien Wirtschaft und wird der neue Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. Der auf bundespolitsicher Ebene weitgehend unbekannte Fahrenschon ist dabei wohl auch dem lauten Ruf des Geldes gefolgt und hinterließ einen Ministerposten, der gerade in aktuellen finanziellen Krisenzeiten schnellstmöglich besetzt werden musste. Anders lassen sich die, wie Kritiker behaupten, voreiligen Personalentscheidungen von Ministerpräsident Horts Seehofer (CSU) kaum erklären.
An die Stelle von Fahrenschon tritt in Zukunft der ehemalige bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU). Auf Söders Ministerposten im Umwelt- und Gesundheitsministerium folgt der bisherige Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU), der wiederum vom Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer (CSU) ersetzt wird. Eine Personalrochade, die vor allem von Seiten der Opposition stark kritisiert wurde. Dabei wird insbesondere dem designierten Finanzminister Söder die finanz- und haushaltspolitische Kompetenz weitgehend abgesprochen. Sein Vorteil ist wohl sein politisches Standing, das auch über die bayrischen Grenzen hinaus wirkt. Er war ua. schon Generalsekretr der CSU und Europaminister bevor er unter Seehofer zum Umweltminister aufstieg.
Anders sieht es bei dem weitgehend unbekannten neuen Umwelt- und Gesundheitsminister Marcel Huber aus. Der 53-Jährige ist erst seit 2003 Mitglied des Bayerischen Landtags und wurde 2007 Staatssekretär im Umweltministerum. Er wechselte 2008 ins Kultusministerium und war erst seit März diesen Jahres der Leiter der Staatskanzlei. Und nun der nächste Wechsel: politische Konstanz sieht wahrlich anders aus. Dennoch scheint Huber bei der bayerischen Bevölkerung gut anzukommen, geht man von der der Landtagswahl 2008 aus, wo er mit 54,1 % landesweit das beste Erststimmenergebnis erzielte. Allein in den eigenen Reihen scheint der Glaube an seinen Fähigkeiten nicht so groß zu sein, wenn man die im Anschluss gescheiterte Berufung zum Wirtschaftsminister betrachtet. Nun kann und muss er sich erstmals auf einem obersten Dienstposten beweisen.